Leben geht anders: Hier sitze ich und meine: "Es ist viel kälter geworden." Jeder lebt für sich alleine, denn nur so geht´s nach vorn. Was soll Mensch auch machen, Hektik den ganzen Tag. Da kann ja keiner darauf achten, ob er den anderen mag. Keine Zeit mehr für Gefühle, das hat sich jeder abgewöhnt, denn im menschlichen Gewühle wird nur der Kälteste gekrönt. Der Wunsch nach Freiheit, nach Freiheit, der Wunsch nach einem kleinen bisschen Zeit wird euch wohl nie verwirklicht werden. Tut uns leid, tut uns leid, keine Zeit für Freiheit. Tut uns leid, tut uns leid, eure Freiheit geht zu weit. Auch er wollte einst weiter, gleich hinter "weiter" zurück und nicht so hoch auf die Leiter, nur ein winziges Stück. Ja das war sein Fehler. So, das hat er nun davon. Schon ist er zwischen die Räder des Systems gekommen. Der Wunsch nach Freiheit...Den Kopf voller Gedanken und doch keine Idee. Ich stoße ständig an eure Schranken, weil ich sie nicht seh´. Eine andere Art zu leben hab´ ich immer gewollt. An diesem Leben bleibe ich kleben, werd´ davon überrollt....aneinandergereiht in des Sträflings Kleid. Das, was uns entzweit, ist der "Kleinigstreit". Mit geschlossenen Augen sehe ich weiter nach vorn. Muss wieder mehr an mich glauben, bin nicht zum Weinen geboren.

Felix Rothe, Schönbach, 2006