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kein Teil einer Nazibewegung: Sie sind auf den Straßen. Sie sind überall. Überall, brutal und kalt. Nur mit Gewalt glauben sie etwas zu erreichen. Wir wurden gejagt, gehetzt, verprügelt, unter Druck gesetzt. Waren die Jüngeren, die Schwächeren und sie stets älter, größer, stärker, mehr.
Bewaffnet jagten sie zum Spaße. Wir trauten uns kaum noch auf die Straße. Sie machten uns krank. Wir litten unter Verfolgungswahn. Jedes Auto, was da kam, bedeutete Gefahr. Wir spürten uns zittern, hörten uns rennen. Keine Zeit zum Atmen, zum Verschnaufen, abends heim, allein, Umwege laufend.
Sie lachten uns aus, direkt hinein ins Krankenhaus. Milde Urteile für gefährliche Körperverletzung. Unkraut zupfen für Faustschläge. Gehweg kehren für Fußtritte. Lächerlich…traurig. „Ihr seht das alles zu krass“, sagen die, die es nie betroffen hat und erst wenn ihr es selbst erfahrt, könnt ihr uns ansatzweise auch verstehen. Sie brannten unseren Treffpunkt nieder, traten auf uns ein, ohnmächtig sein. Umringt von 30 fiesen Schatten hat man keine Kraft zum Schreien. Was bleibt ist die Asche, die Glut, getrocknetes Blut. Doch die Erinnerung an das, was war, ist später auch bei ihnen da. Ihr sollt euch winden in euren Träumen, von Vorwürfen geplagt, letztendlich selbst gejagt. Ihr sollt euch später nicht mal trauen uns nur in die Augen zu schauen.
Ihr habt es nicht geschafft. Wir haben noch lange Kraft und unser Lebenssaft fließt euch zum Trotze heiter weiter!
© Felix Rothe, Schönbach, 2006
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